Impulse und Gedanken

 Liebe Leser*innen der „Impulse und Gedanken“ auf dieser Dekanatsseite,

wie Sie vielleicht schon bemerkt haben erscheint hier nicht mehr an jedem Sonntag ein geistlicher Impuls.

Mein Arbeitsalltag hat sich in den vergangenen Wochen wieder so verändert, dass es mir leider nicht mehr möglich ist, jeden Sonntag einen Impuls zu veröffentlichen. Weiterhin werden an dieser Stelle Impulse, Gedanken und Bilder zu Sonn- oder Feiertagen erscheinen, aber nun in unregelmäßiger Folge.

Nach einer kurzen Zeit der Umstellung werde ich mich bemühen, das Erscheinungsdatum des nächsten Impulses direkt mit anzukündigen. Sollten Sie an kleinen Impulsen und Bildern zu den Sonntagen interessiert sein, schauen Sie gerne einmal bei Instagram vorbei: pastref2020.

Herzlichst Ihre A. Domdey

PS: Ältere Beiträge finden Sie im Archiv!

 

17 Januar

 GOTT ruft an …                                  

Gehst du ran?

                                                                                               Drückst du den Anruf weg?

 

 

In der Lesung aus dem Buch ersten Buch Samuel (Nimm und lies: 1 Samuel 3, 3b-10) am heutigen Sonntag ruft Gott an.

Mitten in der Nacht ruft er Samuel.

Drei Mal kann Samuel den Anruf nicht richtig zuordnen. Dann kommt ihm Eli, der Tempelpriester, bei dem er lernt, zu Hilfe.

Gott ist es, der dich ruft.

Gott ist es, der DICH ruft!

Was tust du? Wirst Du reagieren?

WIE wirst du reagieren?

Quatschst du drauf los – so eine Gelegenheit kommt ja so schnell vielleicht nicht wieder?

Erzählst ihm alles, was gerade so schief läuft in der Welt…

Oder wirst du ganz still, aufmerksam:

Rede Gott, ich deine Tochter, dein Sohn hört!

Ich bin ganz aufmerksam, will Deinen Spuren folgen und in Deinem Sinne die Welt ein bisschen menschenfreundlicher, gerechter, ressourcenschonender mitgestalten.

Ich will den Menschen von Dir erzählen….

 

DU kannst das!

Gott ruft DICH an!

Und Du kannst täglich neu beginnen!                      ©Angelika Domdey, Pastoralreferentin

2. Advent - Hl. Nikolaus

2. Adventssonntag – Fest des Heiligen Nikolaus

Heute am zweiten Advent feiern wir gleichzeitig den Nikolaustag. Bischof Nikolaus lebte etwa im 4. Jh. n. Chr.. Wie kaum einem anderen Heiligen wird ihm sowohl in den westlichen Kirchen wie auch in den Ostkirchen gedacht. Auch in der neuen Leseordnung der evangelisch-lutherischen Kirche ist er neben dem Heiligen Martin aufgenommen worden.

Seine Großzügigkeit, seine Barmherzigkeit und Güte lebt weiter in vielen Bräuchen, vor allem aber in dem Brauch Schuhe oder Stiefel vor die Tür zu stellen, die dann auf wundersame Weise über Nacht gefüllt werden. Wer erinnert sich nicht an Geschichten aus der Kindheit oder von den Enkel-Kindern, die sich um diesen Tag ranken. Es gibt wohl nur wenige Familien, in denen die Kinder heute Morgen nicht in aller Frühe geschaut haben, ob sich ihr Hoffnung auf eine Überraschung erfüllt haben mag.

Also alles nur eine nette Geschichte für Kinder?

Ich denke nicht! Mir gehen die vielen Berichte aus den vergangenen ein/zwei Jahren durch den Kopf, die von Menschen erzählen, die anonym Geld für einen sozialen Zweck, eine bestimmte Einrichtung z.B. in kirchliche Briefkästen geworfen haben. So erzählt es auch die Legende über Bischof Nikolaus, der nachts für drei Mädchen drei Goldklumpen in das Zimmer warf, um die Not der Familie zu lindern und vor allem um zu verhindern, dass die Mädchen sich ihre Mitgift als Dirnen hätten verdienen müssen.

Not sehen und lindern. Geben, von dem, was ich habe – vielleicht kein Gold, aber Aufmerksamkeit, Zeit. Es sind Werte, die allerorten gerade in diesem Jahr wieder an Bedeutung gewonnen haben.: Die vielen Einkaufshelfer*innen durch die manche Freundschaft entstand. Kinder und Jugendgruppen, die Karten gemalt und geschrieben oder Tüten gepackt haben, um sie Menschen ohne Besuchskontakte in Heimen zu schicken. Und all diejenigen, die sich Essen aus ihrem Lieblingsrestaurant nach Hause holen, um dem/der Besitzer*in Einnahmen zu sichern.

Ein „ich denk an dich“ Karten- oder online-Gruß, eine Kerze, eine kleine Tüte Kekse dem/der Nachbarn*in vor die Tür gestellt kann die Not des Allein-seins in diesen Tagen lindern. Bleiben sie aufmerksam für die Menschen. Werden sie zum Nikolaus oder zur „Frau Nikolaus“ in diesen Tagen durch solche kleinen Zeichen. Und wenn es Ihnen möglich sein sollte, Geld zu teilen – Hilfswerke wie Brot für die Welt, Adveniat, Misereor, das Kindermissionswerk um nur einige zu nennen, freuen sich wenn sie sie mit einer kleinen Spende unterstützen, da viele Kollekten aus den Gottesdiensten derzeit fehlen.

Und schließlich: Halten sie die Augen offen. Könnte sein, dass dieser Tag auch für sie eine kleine Überraschung bereithält, die ihren Tag ein wenig heller ihr Leben für den Moment ein wenig leichter macht. Ich wünsche es ihnen von Herzen und ich schau jetzt schon mal in meinen Schuh! ????

Gebet für diese Tage

Guter Gott – so will ich beten
doch bist du gut in diesen Tagen?
Ein Sturm weht durch die gesamte Welt.
Ein Sturm, der alles durcheinander wirbelt.

Es gibt die, die bis zur Erschöpfung arbeiten,
diejenigen, die Menschen versorgen mit Medizin,
mit sozialer Betreuung in Wohngruppen und Heimen,
mit dem Alltäglichen von Lebensmitteln, bis über Post und Müllentsorgung.

Keine und keiner davon kann ins homeoffice gehen,
vielleicht bleibt nicht einmal Zeit für einen privaten Blick ins Netz.

Es gibt die anderen, die förmlich in Sorgen ersticken,
Kleinstunternehmerinnen und -unternehmer,
alle die in Kurzarbeit gehen mussten,
alle, die schon jetzt ahnen, dass sie am Ende arbeitslos sein werden.

Ein Sturm fegt durch die gesamte Welt, o Gott.
Ein Sturm der alles durcheinander wirbelt.

Siehe DU auf all die Familien, die alleinerziehenden Mütter und Väter.
Siehe auf alle in beengten Wohnungen, auf alle, deren Geduld mit den Kindern
mit dem Partner/der Partnerin viel zu schnell am Ende ist.
Siehe auf alle, deren Ausweg nur noch in Gewalt zu liegen scheint.

Lass UNS sehen, was dieser Sturm aber auch frei legt,
die Hilfsbereitschaft, die Sorge der Lehrer*innen und Erzieher*innen
für die ihnen anvertrauten Familien und Kinder.

Lass uns sehen, was dieser Sturm freilegt,
an unzähligen Formen soziale Kontakte jetzt erst recht zu pflegen,
über Telefon und Post und über all die neuen Medien,
die wir deinen Gaben und dem Forschergeist von Menschen zu verdanken haben.

Lass uns sehen, was dieser Sturm freilegt - nicht erst zuletzt –
lass uns sehen,
das, was aufblüht jeden Tag,
weil DU es geschaffen hast
über alle Zeiten hinweg, durch alle Zeiten hindurch.

Jede Knospe jede zarte Blüte dieses Frühlings will entdeckt werden,
will entdeckt werden von uns.
will entdeckt werden als Zeichen der Hoffnung –
nach jedem Tod
dürfen wir
auf Auferstehung
hoffen.

Amen

Angelika Domdey, Pastoralreferentin
Dekanat Bremerhaven, Frauenseelsorge&Erwachsenebildung